Björn Beier

IG: @nasduck.ig
Economics & Business Administration Student, former Aircraft Electrician. Nasduck (Instagram & YouTube) makes finance & stocks easy to understand for everyone in Germany.

🏦 Aktien- und Geldeinlagensicherung bei Bankenpleiten

In Deutschland gibt es verschiedene Einlagensicherungen, hier erkläre ich euch einige der gängigsten:

Kundeneinlagen: Giro-, Festgeld-, Tageskonten & Sparbuch (u. Ä.)
Diese Einlagen sind bis zu 100.000€ pro Kunde und pro Bankinstitut von dem Einlagensicherungsgesetz geschützt. Solltet ihr ein gemeinsames Konto mit z.B. eurem Lebenspartner haben, so wärt ihr bei dieser Bank mit 200.000€ auf dem Gemeinschaftsdepot abgesichert. (2 Kunden * 100.000€ = 200.000€)
Nicht nur Einlagen in Euro, sondern sämtliche Währungen sind geschützt.
(Also auch Einlagen in US-Dollar, Schweizer Franken oder EU-Länder Währungen)

Das ist der gesetzliche Schutz. Einige Banken lassen sich jedoch nicht lumpen und bieten eine freiwillige Einlagensicherung an. Ein Beispiel...
Die ING-DiBa ist dem Einlagenversicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. angeschlossen und sichert wegen ihrer Eigenkapitalausstattung Einlagen jedes einzelnen Kunden bis zu 1,3 Milliarden € pro Kunde ab.
Wie es bei eurer Bank aussieht könnt ihr selbst in Erfahrung bringen.

Eure Bank geht pleite? Eure Einlagen bis 100.000€ werden innerhalb von 7 Tagen an euch ausbezahlt.

Wertpapiere: Aktien/Fonds/ETFs
Bei Wertpapieren wie z.B. Aktien, Aktienfonds und ETFs greift die gesetzliche Einlagensicherung nicht, jedoch handelt es sich hier um Sondervermögen. Eure Aktien fließen nicht in die Insolvenzmasse der Bank ein, sondern werden einfach an eine neue Bank eurer Wahl übertragen. Ihr seid Eigentümer, ihr verliert nichts.

Sonderfall: Inhaberschuldverschreibungen
Manche von euch kennen vielleicht ETCs (Exchange Traded Commodities), so kann man z.B. in Edelmetalle wie Gold oder andere Rohstoffe investieren. Diese sind keine Fonds (da hier z.B. keine ausreichende Diversifizierung vorliegt) sondern stellen eine Inhaberschuldverschreibung dar. Achtet deswegen beim Kauf eines ETCs darauf, dass dieser z.B. physisch besichert ist. Ein Beispiel...
EUWAX Gold II der Börse Stuttgart:
EUWAX Gold II bildet den Kurs von Gold als Gold-ETC börsentäglich von 08:00 - 22:00 Uhr ab. Dieses Produkt ist außerdem steuerfrei und mit 100% physischem Edelmetall unterlegt, d.h. dass der Wert aller Gold-ETCs in einem gesonderten Tresor liegt. Wie viel Gold aktuell im Tresor liegt kann man in der Bilanz der Börse Stuttgart nachschauen.

Geht nun die Börse Stuttgart pleite, würden diese ETCs theoretisch wertlos verfallen. Da die Börse Stuttgart jedoch euren Gold-ETC zu 100% mit physischem Gold hinterlegt hat bekommt ihr das Gold entweder physisch ausgeliefert, oder (und das ist wahrscheinlicher) die Börse Stuttgart verkauft die Goldbestände und lässt dir den Geldbetrag zukommen.

Eure Bank geht pleite? Die Wertpapiere wie Aktien, Fonds & ETFs werden einfach an eine neue Bank übertragen, es entstehen keine Verluste. Inhaberschuldverschreibungen unterliegen einem Emittentenrisiko und verfallen wertlos. Falls euer ETC besichert ist erhaltet ihr die Besicherung.

Anlegerentschädigung aus Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften
Hier gibt es eine weitere Regelung für euer Aktiendepot, diese bezieht sich auf schwebende Geschäfte. Darunter fallen z.B. Forderungen aus einem Wertpapierverkauf oder einer Dividendenzahlung. Im Schadensfall seid ihr hier mit 90% eures Verlustes abgesichert, aber maximal 20.000€.
Beispiel: Ihr habt eine offene Dividende, eigentlich solltet ihr eine Dividende im Wert von 1.000€ erhalten, aber die Bank ist pleite gegangen.
In diesem Fall würdet ihr 900€ ausbezahlt bekommen, euer Verlust wäre 100€.

Zusammenfassung 👀
  • Giro-, Festgeld-, Tagesgeldkonten & z.B. Sparbücher oder Ähnliches sind mit 100.000€ pro Kunde und pro Bank gesetzlich abgesichert. Banken können freiwillig einen höheren Beitrag absichern, das ist individuell von der Bank abhängig. Ggf. macht es hier Sinn, wenn man 100.000€ Spareinlagen übersteigt, das Geld auf verschiedene Banken zu verteilen.
    Stichwort: Einlagensicherungsgesetz.
  • Aktien, Aktienfonds & ETFs sind Sondervermögen. Im Insolvenzfall werden eure Wertpapiere einfach auf ein Aktiendepot einer anderen Bank übertragen, es entsteht kein Verlust.
    Stichwort: Sondervermögen.
  • Ausnahme: Inhaberschuldverschreibungen wie z.B. ETCs. Hier solltet ihr darauf achten, dass diese besichert sind, damit kein/wenig Emittentenrisiko entsteht.
    Stichwort: Emittentenrisiko.
  • Wartet ihr z.B. auf eine Dividende oder auf eine ausstehende Zahlung eines Wertpapierverkaufs und die Bank geht pleite, so seid ihr bis 90% der Verbindlichkeiten bis 20.000€ abgesichert.
    Stichwort: Einlagensicherungsgesetz.

    Informationsquellen: §2 Abs. 3 EinSiG (Einlagensicherungsgesetz), BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht), Bundesverband deutscher Banken, ING-DiBa, Boerse Stuttgart Securities

    Über Ergänzungen oder Korrekturen würde ich mich natürlich freuen, bei Fragen helfe ich auch gerne weiter. 😇
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Verrechnungskonto oder Girokonto einfügen

Vielleicht ist jemand von euch Fan davon ein Verrechnungskonto oder Girokonto einzufügen um ungefähr den eigenen Cashbestand in Relation zum Investierten zu sehen. Wenn ich richtig sehe (ich hoffe ich sehe richtig) gibt es dafür bisher keine Funktion.

Man könnte dort als "Zwischenlösung" einen Geldmarktfonds nutzen, diese werden oft von größeren Institutionen genutzt um Cash zu "parken". Sehr liquide und sicher.

Man könnte z.B. diesen hier verwenden (ISIN): IE0005023910
Im Endeffekt "verliert" man hier wöchentlich aktuell ca. 0,01% - 0,02%.

Reicht jedenfalls um die Anteile im Kuchendiagramm zu haben. 😇
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